Das Rote Zelt ist der populärste Name für etwas, das uns auch als „Mond-Hütte“ oder „roter Tempel“ gekleidet begegnet. Ein Ort für uns Frauen an dem wir einfach sein dürfen wie wir sind. Ein Raum der geöffnet wird, um uns eine Auszeit zu gönnen und ein neues Miteinander erleben zu dürfen, indem wir uns austauschen, uns Gutes tun, Schönheit erfahren und uns einander liebevoll zuwenden.

Wir finden die Idee des roten Zeltes im gleichnamigen Buch von Anita Dianmant. Hier geht es um Ereignisse aus dem Buch Genesis, um Dinah, einzige Tochter Jacobs, welche in ihrer Kindheit das rote Zelt kennenlernt. Einen Ort, an dem Frauen während ihrer Menstruation zusammen kommen.
2006 entsteht das „Red Tent Movement“, die „rote Zelt Bewegung“. Karen Brody startete in Amerika mit ihrem Projekt  BOLD und veranstaltete zum Labor Day rote Zelte. Ursprünglich wurden in diesem Rahmen über Geburtsgeschichten berichtet. Frauen fanden einen Raum über das zu sprechen, was ihnen während der Geburt ihrer Kinder widerfahren ist, was sie erlebt, durchlebt haben. Jahr um Jahr gibt es immer mehr Andrang zu den roten Zelten. 2008 gelangt die Idee auch auch nach Europa. In Frankreich finden 2009 erstmals rote Zelte statt. Diesmal geht es nicht nur um Geburtsgeschichten, es geht um Frauengeschichten. Eine neue Frauenkultur wurde geboren, in der Frauen sich versammeln um einander an ihrer Weisheit teilhaben zu lassen, sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Reise durchs Leben miteinander zu teilen. Sie unterstützt den Wandel in unserer Gesellschaft, in der Frauen einander begleiten und unterstützen anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen und sich gegenseitig zu schwächen.

Das rote Zelt ist der Ort, an dem wir uns begegnen, unsere Masken ablegen und aufhören dürfen eine bestimmte Rolle zu spielen. Unseren Alltag, alles „müssen“ dürfen wir hinter uns lassen. Hier geht es nur um das einfache SEIN. Darum, zur Ruhe zu kommen.
Es ist ein Ort um unser Frau-Sein zu feiern, unsere Erfahrungen zu ehren und uns der Heiligkeit unseres Zyklus bewusst zu werden. Wir erinnern uns, wer wir wirklich sind.
Im roten Zelt sind alle Frauen Schwestern. Wir lernen wieder die Stimme unserer Großmütter, Mütter und Töchter zu hören um unsere eigene Stimme wieder zu entdecken. Wir sind füreinander da, begleiten und nähren einander.

In diesem Zelt ist alles möglich. Es entsteht Raum für Rituale, Übergänge wie die Menarche oder zur Menopause, Mutterschaft, Geburt und vieles mehr. Hier teilen wir unsere Geschichten, manchmal auch Tanz und Gesang, weinen, lachen und gemeinsames Essen. Was passiert wenn wir aufhören ständig beschäftigt zu sein und uns von unseren Gefühlen abzulenken? Was möchte unser Herz uns sagen wenn wir es zu Wort kommen lassen? Wo ruhen die Teile in uns, die uns wieder Sinnlichkeit, Lebendigkeit und Weiblichkeit fühlen lassen?
Die Vision der Red Tent Bewegung ist es, rote Zelte in jeder Stadt, jedem Dorf auf dieser Welt entstehen zu lassen. An dieser Vision teilhabend werden auch wir rote Zelte öffnen und euch den Raum geben, teilzuhaben an dieser wunderschönen Zusammenkunft.

-Karmindra


Photocredits: Mit freundlicher Genehmigung von Les Tentes Rouges

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Imbolc ist das Fest der erwachenden Göttin. Sie beginnt sich zu recken und zu strecken, tief unten im Wurzelwerk des Waldes, unter dem Gras der Wiesen, in den Blumenzwiebeln… überhaupt überall dort, wo Leben ist!
Auch in der Luft lässt sich der nahende Frühling oft schon riechen. Das Sonnenkind, das die Göttin zu Mittwinter gebar, macht nun seine ersten, noch unsicheren Schritte hinaus in die Welt.
Viele Menschen feiern dieses Fest am 01. Februar oder auch am zweiten Vollmond des Jahres, wenn sie dem Mondkalender den Vorzug vor Fixdaten geben. Für mich fühlt sich der zunehmende Mond jedoch stimmiger an, seine ansteigende Kraft geht mit dem Erwachen des Lebens Hand in Hand.
Wie den Tieren und Pflanzen ergeht es auch den Menschen. Langsam regen sich die Lebensgeister wieder, das Eis, unter dem die Seele bei Vielen in die Winterstarre fällt, taut und die Sonne erreicht das Herz erneut. Wir fühlen uns plötzlich wieder lebendiger, gehen wieder hinaus aus unseren Häusern und stellen fest: Menschen, Tieren und Pflanzen… allen geht es ähnlich! Wir alle sind verbunden und ein Teil des ewigen Kreis des Lebens.

Ein weißes Tuch bedeckt das Land

Die Erde atmet Frost

Zu Eis erstarrt des Flusses Lied

Am Tor zur Unterwelt

Doch knarrend öffnet sich das Gatter

Und gibt den Weg Ihr frei

Die Mutter hat sich selbst gebor´n

Die Göttin kehrt zurück

Und weichen wird der dunkle Tag

Vor Ihrer großen Macht

aus: Varuna Holzapfel ~ Einweihung in das Hexeneinmaleins

Zu Ehren der weißen Frühlingsgöttin zünde ich eine Kerze an. Dies ist eine besondere Kerze. Letztes Jahr habe ich sie in Glastonbury in der White Spring Hall an der Kerze entzünden dürfen, die der Göttin Brigid geweiht ist. Und so sprang die Energie der geweihten Kerze auf meine Kerze über und ich konnte sie mit nach Hause nehmen.
Nun lasse ich ihre Flamme in die Welt hinaus scheinen. Ein Zeichen für das wiederkehrende Licht, Liebe, Hoffnung, das Wachsen neuer Pläne und Visionen…
Möge ihr Licht auch allen anderen Frauen den Weg weisen und ihnen Segen bringen!
Ravena

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