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Gestern fand in Herten unser vorletztes Rotes Zelt für dieses Jahr statt. Bereits zum fünften Mal trafen wir uns im Kreis von Schwestern um jeder Frau den Raum zu geben sich zu zeigen wie sie ist, was sie fühlt, was sie berührt. Um sprechen zu dürfen über alles was sie bewegt und einen Ort zu haben an dem sie einfach “Sein” darf.

Da unser Rotes Zelt unbeabsichtiger Weise auf den Schwarzmond [Neumond] fiel der Samhain am nähesten lag und somit einen guten Zeitpunkt bildete um dieses Fest zu zelebrieren, nutzen wir die Gelegenheit für ein bisschen Ahnengedenken.

Samhain ist das keltische Neujahrfest welches kalendarisch am 31.Oktober gefeiert wird. Unser heutiges Helloweenfest basiert auf diesem Feiertag. Es heißt in dieser Nacht seien die Schleier zwischen den Welten dünn. Geister und andere Gestalten aus der Anderswelt können in unsere Welt hineintreten und wirken. Man stellte ausgehöhlte Rüben -heute ersetzt durch Kürbisse- in die Fenster seines Hauses um den verstorbenen Ahnen den Weg zu leiten. An diesem Abend wurde den Ahnen gedacht, am Tisch ein Platz für sie hergerichtet und Speisen und Trank geopfert.

Weiblichkeit… Ja! Ich bin eine Frau… aber was bedeutet das eigentlich? Dazu hatte ich in meinem Leben sehr lange keine Antwort..  Weiblichkeit ist  für jede Frau (und auch für jeden Mann) offenbar etwas sehr Individuelles.

Für mich persönlich gab es eine Art „Schlüsselmoment“! Lange habe ich in meinem Leben unter Depressionen gelitten. Und besonders in dieser Zeit galten für mich Werte, die um Grunde den männlichen Prinzipien zugerechnet werden.

Jeder Mensch vereint Eigenschaften in sich, die männlichen als auch weiblichen Prinzipien zugeordnet werden, Das bedeutet nicht, dass es eine starre Zuordnung gibt, sondern in unserem Empfinden werden bestimmte Eigenschaften eher dem Männlichen und andere eher dem Weiblichen zugeordnet werden… ob wir das nun wollen oder nicht…

Im September 2015 traf ich ungeplant auf eine Gruppe Frauen, die damals der „Wild Women Sisterhood“ angehörten, an einem Ort, der mir besonders heilig ist! Am Well House – der White Spring – in Glastonbury trafen wir mit einer Gruppe unbekannter Frauen aufeinander… und es entstand ohne Worte ein Kreis…  Ein Kreis, in dem wir chanteten.. Und in diesem Moment passierte etwas in mir… etwas, was ich nicht in Worten fassen kann! Etwas brach auf…. Etwas wurde weich… durchlässig…. Etwas tat sich auf….

In dem Moment erkannte ich die Kraft der Weiblichkeit in mir selbst! Und ganz besonders die Kraft, die entsteht, wenn Frauen sich als Schwestern begegnen… Seitdem verfolge ich diesen Weg, weil er mein Leben verändert hat. Ich spüre den Ruf! Den Ruf der Göttin, diesem Weg zu folgen. Das Geschenk der Schwesterschaft an andere Frauen weiter zu geben.

Natürlich hat die Geschichte meines Weges noch wesentlich mehr Facetten… aber sie sind auch schwer in Worte zu fassen… Auf jeden Fall hat mich diese Begegnung nachhhaltig bewegt und mein Leben verändert… Ich wünsche mir von Herzen, dass möglichst viele Frauen im Laufe ihres Lebens diese Kraft spüren können! Aber genauso wünsche ich mir Männer mit dem Bewusstsein, dass Weiblichkeit eine bereichernde Kraft ist… auch für sie und dass sie sich einfach voller Vertrauen mit dieser Kraft verbinden sollen, um zum Wandel dieser Welt beizutragen….

Männlichkeit und Weiblichkeit haben beiden ihren festen und wichtigen Platz in dieser Welt! Und sie brauchen sich! Sie können voneinander lernen… profitieren… sie müssen nur willens sein, sich zu erkennen…

Ravena

 

 

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